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Donnerstag, 23. Februar 2017

Big River, Big Mac

Links die Aare. Und rechts die Emme, die in ihr aufgeht
Solothurner Kost.
Zu meinen kleinen Langfrist-Projekten gehört das Sammeln von Emme-Abschnitten. Gestern konnte ich mir endlich die Mündung des Flusses in die Aare bei Zuchwil zuführen; ich wanderte von Gerlafingen zu ebendieser Mündung, dem Emmenspitz, und weiter nach Solothurn und genoss dabei den Mix aus gewaltigen Industriebauten und poetischen Vogelrevieren, aus versprayten Bahn- sowie Autounterführungen und wogendem Ried. In Solothurn ging ich nach den 2 3/4 Gehstunden in die Altstadt, betrat ein Lokal, verliess es grad wieder: zuviel Volk, es war Mittag. Aber im McDonald's am Bahnhof, da hatten sie Platz für mich. Mmmm, endlich wieder einmal ein Big Mac. Und Pommes Frites sind einfach das Beste, wenn man geschwitzt hat und Salz braucht. Und das Cola war natürli ein Zero.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Die Glarner kommen

Der Fridolin an der Arbeit.
(Wikicommons/ Hans Burgkmair
der Ältere/ Freiburger
Diözesan-Archiv)
Am 24. April ist wieder Sechseläuten und wird der Böögg verbrannt; es ist ein Brauch, mit dem ich auch nach 17 Wohnjahren in Zürich nicht richtig warm werde. Dieses Jahr allerdings könnte sich das ändern. Glarus, mein Lieblingskanton, ist Gastkanton. Und die Glarner bringen überdies Geschenke mit nach Zürich, las ich eben in der Zeitung:

  • Sie servieren die Fridliwurst, eine Aufschnittwurst, deren Name sich natürlich an den Kantonsheiligen Fridolin anlehnt; er ist übrigens der einzige Mensch in einem Schweizer Kantonswappen.
  • Sie schenken Bier von der Brauerei Adler in Schwanden aus.
  • Sie werden vorgezogen bereits am 6. März, dem Fridolinstag, vor dem Grossmünster ein Feuer anzünden.
Wie gesagt, vielleicht werde ich doch noch warm mit dem Sechseläuten.

Dienstag, 21. Februar 2017

Am Anfang war ein Holländer

Hundert Mal im Zug durchs Entlebuch gefahren, oft das Kloster Werthenstein auf dem Felssporn über der Kleinen Emme gesehen, doch nie ausgestiegen, nie oben gewesen. Nun, vor zehn Tagen holte ich das nach. Ich genoss es sehr, dieses Luzerner Wahrzeichen endlich aus der Nähe zu sehen. Das Kloster ist längst kein Kloster mehr, Pilger allerdings können in den Räumen übernachten, und natürlich ist die Kirche geöffnet und der Friedhof zugänglich. Begonnen hat die Geschichte der Anlage mit einem Holländer, einem Goldwäscher, der um 1500 des Nachts über dem Felsen von Werthenstein ein Licht sah. Er hängte dort ein Marienbild auf, so begann die Wallfahrt, es entstand bald eine Kapelle, 1616 eine grosse Kirche und drei Jahre später das Franziskanerkloster. Im 18. Jahrhundert war Werthenstein der zweitgrösste Pilgerort der Schweiz nach Einsiedeln. Kräftig dazu beigetragen haben die benachbarten Berner. Indem sie zum reformierten Glauben übergingen, hatten sie kein Interesse mehr an ihren alten Gegenständen der Andacht; die holzgeschnitzte Pietà der Kapelle Fribach bei Gondiswil BE wurde 1528 nach Werthenstein überführt und genoss dort wieder Verehrung. Man sieht: Occasionen können durchaus Karriere machen.

P.S: Die Wand vom Kloster zur Emme rutscht. Derzeit läuft eine Felssicherung, die noch bis in den Frühling dauern dürfte. Fast fünf Millionen Franken kostet das.

Montag, 20. Februar 2017

Wir waren am Meer

Am Samstag gingen wir von Yverdon via Grandson nach Concise, das dauerte drei Stunden. Der erste Teil der Wanderung spielte bei Kälte und Nebel, der zweite bei traumhaftem Sonnenschein. Besonders schön waren zwischen Grandson und Concise jene Stellen und Abschnitte, wo der Weg zum Wasser zieht, etwa bei der Einmündung des Arnon; der Neuenburgersee fühlte sich an und sah aus wie ein Meer. Hier vier Fotos der Unternehmung; das Schloss Grandson wird einen eigenen Eintrag hergeben, man sieht auf der gut andertshalbstündigen Tour treppauf, treppab derart vieles vom mittelalterlichen WC bis zum frühen Heizkörper des 19. Jahrhunderts. Mehr dazu bald.
Kurz nach dem Start: reizvolles Ödland des Februars.
Glitzerwasser bei Corcelettes.
Wohnt hier der Neffe von Steve McQueen?
Die Kirche von Concise wurzelt im 11. Jahrhundert.

Sonntag, 19. Februar 2017

Spitze!

Gestern besuchten wir Schloss Grandson, eine der grössten Schweizer Festungen aus dem Mittelalter. In ihm untergebracht sind auch verschiedene Sammlungen, das Schloss ist ein vielgestaltiges Museum. Die Fotos samt denen der zugehörigen Wanderung am Neuenburgersee muss ich heute genauer sichten, ich kam gestern erst um halb neun Uhr abends nach Hause. Aber einen Schnappschuss möchte ich vorgezogen hier schon zeigen. Er stammt aus dem Saal mit den Ritterrüstungen des 15. Jahrhunderts. Die eisernen Designschuhe taten es mir dort an. Allerdings ist gleichzeitig festzuhalten: Ein Pferd wäre man unter diesem Ritter ungern gewesen.

Samstag, 18. Februar 2017

Als die Leute in die Bänke bissen

Die Flüsskapelle ein gutes Stück oberhalb Nottwil ist gar nicht mal so alt, sie stammt von 1947; knapp noch steht sie auf Nottwiler Boden, derweil die beiden uralten Linden daneben bereits zu Ruswil gehören. Schon im 17. Jahrhundert fand sich an diesem mit Aussicht gesegneten Platz eine Kapelle; während deren Nachfolgerin heutzutage vor allem Hochzeitspaare anzieht, kamen damals in erster Linie Kranke. Zahnkranke, genauer gesagt. Ich dachte eigentlich, "Flüss" habe mit irgendeinem Bach in der Nähe zu tun. Dabei rührt der Name vom "Zahnfluss", wie man damals das Krankheitsbild des eiternden Zahnes nannte. Offenbar war es in vergangenen Jahrhunderten Sitte, dass Pilger mit Zahnweh in die Holzbänke bissen. Oder sie rissen oder schnitten ein bisschen vom Holz ab, um es zu kauen. Gut, leben wir in einer Zeit, da Zahnärzte so ziemlich jedes Problem in den Griff kriegen. Und die Spritze gleich Linderung bringt.

Freitag, 17. Februar 2017

Howard wird gerade gegessen


"Unsere Forellen stammen aus der Forellenzucht Orishof in Liestal und sie schwimmen bei uns bis zu Ihrer Bestellung im frischen Wasser." So steht es auf der Speisekarte des Rössli in Zeglingen BL. Als ich den Satz las, dachte ich an die Komiker von "Monty Python" und die Stelle mit den Fischen im Restaurant-Aquarium. "Oh, schaut mal, Howard wird gerade gegessen", sagt da der eine Fisch zu den anderen Fischen über jenen Mit-Fisch, der eben im Lokal dem Gast serviert wird.