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Sonntag, 25. September 2016

Die spinnen, die Tschechen

Irre, oder? Sieht aus wie die Achterbahn von Mad Max, ist aber doch eine ernstzunehmende Tourismusanlage oder doch wenigstens eine Anlage, die die örtlichen Touristiker ernst nehmen. Eine für Fussgänger. Sie steht in der Tschechischen Republik auf einem Berg, nennt sich "Doini Morava Sky Walk" und ist genau das: Ein schwindelerregender Steg, der nur eine Funktion hat: Dem Begeher Nervenkitzel verschaffen. Eine Rutschbahn ist auch eingebaut. Hier der Bericht der "Daily Mail" mit vielen Fotos.

Samstag, 24. September 2016

Sprung ins Leere

Heute geht es auf die Alp Sigel, eine schön flächige Appenzeller Alp, deren Boden gekippt ist wie die Schreibfläche eines Stehpults. Wir wandern von Wasserauen hinauf und wollen dann mit dem Seilbähnli Richtung Pfannenstiel bei Brülisau niederfahren. Mir ist ein wenig gschmuech bei dem Gedanken. Erstens, von oben gesehen, stürzt sich das Bähnli gleich bei der Bergstation selbstmordartig über eine senkrechte Felswand. Und zweitens erinnere ich mich noch ans Jahr 2008. Damals riss bei der Vorgängerbahn während eines leichten Gewitters das Zugseil. Die Bahn stürzte ab. Gott sei Dank sass niemand drin, es war eine Transportfahrt, Milchgeschirr. Auch die neue Bahn dient in erster Linie den Sennen und ihrer Arbeit, sie bringt die Milch zu Tale. Und heute uns.

Hier der Link zur Alp-Sigel-Bahn, sie wird in einem Kurzvideo vorgestellt.

Freitag, 23. September 2016

Die Pilz-App

Eine Neuerscheinung für alle Freunde des Pilzes oder, wie der Solothurner sagen würde, vo de Büuze. Die iPhone-App "Pilze 123" ist in Anbetracht dessen, dass viele Apps gar nichts oder praktisch nichts kosten, teuer: 29 Franken. Wenn man in der Dimension gedrucktes Buch denkt, ist der Preis wiederum sehr vernünftig. Es steckt natürlich eine Menge Arbeit in dem Ding. Verantwortlich zeichnet der deutsche Pilzfachmann und Buchautor Wolfgang Bachmeier. Die App hat fünf Funktionen:
  1. Die Datenbank enthält 2400 Pilze und 9000 Fotos.
  2. Für die drei Länder Schweiz, Deutschland, Österreich sind viele Fundstellen bezeichnet. Eigene Fundstellen kann man neu einzeichnen (wenn man will, denn nicht jeder Pilzentdecker will teilen).
  3. Anhand von 21 Kriterien bestimmt man selber Pilze.
  4. Alle Pilzkontrolleure der Schweiz sind mit ihren Telefonnummern aufgeführt.
  5. Last not least bietet die App Rezepte für die gängigen Speisepilze.

Donnerstag, 22. September 2016

Gabelzeit

(Wikicommons/ Nasa-Satellitenbild)
Ab und zu, zum Beispiel unterwegs im Zug zu einer Wanderung, wähle ich auf Wikipedia die Zufallsfunktion. Sie serviert irgendeinen der Millionen Einträge. Kürzlich bekam ich die "Gabelzeit" vorgesetzt - hoch interessant. Das Wort hat mit Essen gar nichts zu tun. Es handelt sich um die allerschlimmste Epoche in der Geschichte der Färöer. Zwei dänische Lehensherrn der Familie Gabel kontrollierten die Inselgruppe um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert total. Sie beuteten die Leute aus, rafften, was es zu raffen gab, es herrschte totale Armut - eine Tyrannei war das. Alles weitere lese man selber nach auf Wikipedia, der Fundgrube der digitalen Ära.

Mittwoch, 21. September 2016

See you later under the alligator

Unsere Samstagswanderung endete am Bahnhofplatz von Gossau SG mit einem Bier im Quellenhof. Zu diesem Restaurant gehört ein zweites, kleineres, das im ehemaligen Säli entstand; es heisst wie das Wasserloch in Australien "Billabong". Blickfang ist das gewaltige Krokodil über der Bar, das soeben den Crocodile Dundee verschlungen zu haben scheint, jedenfalls deutet der Hut ohne Besitzer darauf hin. Krokodil steht auch auf der Karte. Und Fleisch vom Strauss gibt es ebenfalls. Sowie natürlich Känguruh. Weil ich wissen wollte, ob das Showkrokodil echt ist, mailte ich von zuhause aus den Wirt an. Seine Antwort: Nein. Es handelt sich aber immerhin um den Gipsabdruck eines echten Krokodils, verstärkt mit Glasfasern und bemalt.

Dienstag, 20. September 2016

Gymi statt Chemie

Keiner ist traurig, dass sie bald verschwindet: Chemiefabrik
in Uetikon am See. (Wikicommons/ Roland Fischer, Zürich)
Kennen alle die hässliche alte Chemiefabrik in Uetikon am See, die dort das Seeufer belegt? Gute Nachricht aus dem Zürcher Kantonsrat, der gestern Ja sagte zum Projekt des Regierungsrats: Die Fabrik wird abgebrochen. An ihre Stelle kommt (unter anderem) ein Gymnasium zu stehen, in dem ab 2028 rund 1000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden sollen. Das Gymnasium Uetikon soll aber bereits 2018 starten, vorerst als Provisorium in Behelfsräumen. Die neu entstehende Schule an der Goldküste ist dringend nötig. In Küsnacht zwar gibt es schon ein Gymi, aber es fasst nur 550 Schüler. 1500 Schüler pendeln täglich während der Hauptverkehrszeit von der Goldküste per S-Bahn nach Zürich und retour. Der Kanton Zürich hat derzeit 19 Gymnasien. 14 davon stehen in den Städten Winterthur und Zürich und nur 5 in der Landschaft. Nach Uetikon soll bald auch ein neues Gymnasium am linken Seeufer entstehen. Für alle, die am Zürichsee Zug fahren, sind das gute Nachrichten, die bestehenden Linien werden entlastet.

Montag, 19. September 2016

Nagelfluh, Fleischplättli und Gasgefahr

Hübsche Passage in der Wissbachschlucht.
Der Wissbach darf nach Herzenslust spielen. 
Mit Buchhändler André Wigger
im Hirschen auf der Egg, Flawil.
Doch, die Wanderlesung am Samstag in Gossau SG hat mir gefallen. Hier ein paar Dinge zu dem Happening:
  • Das Wetter war ein Wunder passend zu meinem Buch "Schweizer Wunder". Es regnete nicht. Kein einziger Tropfen war da. Obwohl das Niederschlagsradar dramatische Wolkengebilde angedeutet hatte, die sich rund um die Ostschweiz wie fremde Heere bekriegen und ganze Landstriche in die Nässe reissen würden.
  • Die Route war wunderbar und wird so circa in einem Monat als Kolumne in der Zeitung auftauchen: Gossau - Mult - Rüti - Tobelmüli - Egg - Wissbachschlucht - Schwänberg - Mösli - Zellersmüli - Marstal - Fennhof - Gossau. Eindruck machte insbesondere der gedeckte, schummrig in einen schmalen Nagelfluheinschnitt gezwängte Treppensteg hinab in die Wissbachschlucht.
  • Nach der Zellersmüli nahmen wir den Glattweg; jawohl, Zürcher, wir Ausserrhoder (und unsere St. Galler Nachbarn) haben auch eine Glatt. Etwas unheimlich die Warnung auf einer Tafel, es gebe am Glattweg Hangrutschgefahr, "gefährdete Gasleitung". Wir baten den Pfeifenraucher im Grüppli, sich jetzt bitte auf keinen Fall eine anzustecken.
  • Toll war, was die im Hirschen auf der Egg, Gemeinde Flawil, auftischten: ausladende Fleischplättli, dazu trank man Roten und Weissen. Wir liebten es, ein Vegetarier hätte gelitten.
  • Und die Lesung? Es waren Mikrolesungen. Immer wieder  mal hielt man an, Buchhändler André Wigger kümmerte sich als Organisator darum, wo es am besten passte. Ihn kenne ich übrigens, weil er früher, vor Gossau, in Allschwil bei Basel eine Buchhandlung führte, bevor er in Gossau die Gutenberg Buchhandlung übernahm. In Allschwil war ich 2011 schon einmal bei André zu Gast gewesen, damals zogen wir - es war auch eine Wanderlesung - hinauf zum Bad Schönenbuch. Wer weiss, vielleicht gibt es irgendwann in einigen Jahren noch eine dritte gemeinsame Veranstaltung. Aber dann müsste ich wieder ein Buch schreiben.
  • Last not least sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu würdigen. Es waren, wenn ich richtig zählte, 18 Leute. Unterwegs (3 Stunden Gehzeit, je 330 Meter aufwärts und abwärts) war ideal Zeit, sich kennenzulernen; ich freute mich über die Komplimente, Anregungen und Fragen, die da kamen. So etwas motiviert ungemein zum Weiterschreiben.