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Montag, 25. September 2017

Der Thunfisch kürzte die Wanderung

Ittenthal voraus. Es ist übrigens das kleinste Dorf des Fricktals.
Auf dem Dorfplatz von Ittenthal.

Unlängst fuhr ich nach Frick. Von dort wanderte ich die Flanke des Frickbergs entlang nach Ittenthal, das die Einheimischen "Itlete" nennen. Das Dorf liegt unheimlich geborgen, auf drei Seiten begrenzen es hohe Jurahügel, nur die eine Seite ist offen, eine Strasse führt hinab nach Kaisten. Mit dem Postauto trat ich von Ittenthal die Heimreise an - und dies nach nur anderthalb Stunden Wandern. Warum? Man sollte nicht, wie ich es am Vorabend getan hatte, im Zürcher In-Restaurant Thunfisch bestellen und essen, der nur halb angebraten und innen noch ganz roh ist. - Inzwischen geht es mir besser, ich war bereits wieder in Ittenthal und habe den ursprünglichen Plan vollendet, indem ich von dort über den Schinberg nach Sulz fortsetzte. Am Schluss landete ich in einer unkonventionellen Beiz. Mehr davon demnächst.

Sonntag, 24. September 2017

1830 von 2287 hat er geschafft

Diese Woche nahm ich einen Kafi mit Stefan Brauchli. Er wohnt in Seuzach, ist ehemaliger Swissair-Mitarbeiter, ist jetzt pensioniert und ein passionierter Gemeindewanderer. Will heissen: Er ist daran, sämtliche Schweizer Gemeinden zu bewandern. Kürzlich war er in Tavannes. Es war seine 1830ste Gemeinde, somit ist die 80-Prozent-Marke überschritten; total sind es 2287 Gemeinden. Wer mehr wissen woll, findet auf Stefans Blog Informationen. Ich und er, wir haben abgemacht, dass ich ihn nächstes Jahr dann mal für eine Wanderkolumne begleite.

Samstag, 23. September 2017

Bei Schänis traf ihn die Kugel


Der General Hotze ritt an jenem Septembertag des Jahres 1799 aus, um die Gegend um Schänis zu erkunden - wo stand der Feind? Nun, Hotze hatte dessen Position wohl verkannt, jedenfalls endete sein Leben durch eine französische Kugel. In Schänis gibt es ihm zu Ehren einen General-Hotze-Weg. Geht man auf diesem Richtung Sebastiankapelle am Waldrand, passiert man den Gedenkstein an exakt jener Stelle, wo Hotze fiel. Der hiess eigentlich gar nicht so schneidig-preussisch. Als Johann Konrad Hotz wurde er 1739 in Richterswil in eine wohlhabende Familie geboren, entschied sich in jungen Jahren für eine Offizierskarriere, stieg in der russischen und später in der österreichischen Armee auf. Als Napoleon sich im Gefolge der grossen Revolution daran machte, das monarchische Europa zu zerschlagen, war klar, dass Hotze sich für die alte Ordnung einsetzen würde; ein Anliegen war ihm besonders, dies auf dem Gebiet der Eidgenossenschaft zu tun. Dort ereilte ihn im Alter von 60 Jahren bei besagtem Ausritt das Verhängnis.

Freitag, 22. September 2017

Liebeserklärung an einen Berg

Blick aus dem Bürgenstock-Bähnli.
Ende August waren wir auf dem Bürgenstock; wir benutzten das neue Zubringerschiff von Luzern nach Kehrsiten und im Anschluss die Standseilbahn. Gestern nun kam in der NZZ eine ganze Seite zum Bürgenstock, seiner Erschliessung, der Luxushotellerie; man darf von einer - kenntnisreichen - Liebeserklärung an den touristischen Berg reden, der in den letzten Jahren völlig umgestaltet wurde.

Donnerstag, 21. September 2017

Romanshorns Maskottchen

Vor Jahren stiess der Gemeindearchivar von Romanshorn auf ein Manuskript mit einer alten Legende. Gemäss ihr soll einst ein Fabelwesen mit Horn - im Verbund mit einem Fischer namens Roman - den Ort am Bodensee vor einer Feuersbrunst gerettet haben. Seit 2003 steht das Fabelwesen als Denkmal vor dem Bahnhof. Und grinst. Denn das Ganze war eine Fiktion des Künstlerduos Com & Com, das mit den Behörden zusammengespannt hatte. Eine Erfindung war diese Legende, was wiederum nicht allen gefiel, als es offenbar wurde. Aber Mocmoc ist seither Realität, wie ich gestern feststellte, als ich den Bahnhof verliess und es auf seinem Sockel sah. Romanshorn ist zu einem Maskottchen gekommen, das halb Pokemon und halb Badewannen-Ente ist oder halb Einhorn und halb Seepferdchen.

Mittwoch, 20. September 2017

Exklusiv sterben


Es waren in Zürich-Stadelhofen einmal zwei prächtige Friedhöfe, beide waren sie um die Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet worden. Der eine ging dann allerdings schon bald wieder ein, er starb, sozusagen, musste dem Bau der Kantonsschule Hohe Promenade weichen. Den benachbarten Friedhof, gestaltet im englischen Stil, gibt es bis heute. Der Friedhof Hohe Promenade ist der einzige private Friedhof der Stadt Zürich, abgesehen von den jüdischen Friedhöfen. Ich wusste von seiner Existenz gar nichts, bis wir letzte Woche abends im Ausgang vorbeibummelten. Die meiste Zeit ist das Tor zum Friedhof, den ein Verein verwaltet, verschlossen; einfach mal durchspazieren geht also nicht.

Auf diesem Friedhof begraben ist Hans Konrad Escher von der Linth, Pionier der Linthsanierung Die ihm gewidmete Ausstellung in Schänis habe ich gestern erwähnt.

Dienstag, 19. September 2017

Ein Mann vieler Talente und Neigungen

Hans Konrad Escher um 1820, Kupferstich.
(Wikicommons/ A. Bouvier)
Hans Konrad Escher, 1767 in eine habliche Zürcher Fabrikantenfamilie geboren, war ein Mann vieler Talente und Neigungen - er war keiner, der sich auf dem Geldpolster ausruhte. Er reiste ausgiebig durch Europa, arbeitete im Geschäft des Vaters, brachte es als Politiker zu Bekanntheit, hielt aber auch Vorlesungen über Politik und Wirtschaft. Zudem war er leidenschaftlicher Geologe sowie ein grossartiger Zeichner von Gebirgsansichten. Sein Lebenswerk ist die Korrektion der Linth, die er massgeblich einleitete und anleitete; die zuvor versumpften Gebiete zwischen Walensee und Zürichsee wurden durch ihn und die zwei grossen Kanäle Escherkanal und Linthkanal zu wertvollem Kulturland. Postum - er starb 1823 - verlieh ihm der Kanton Zürich den erblichen Ehrentitel "von der Linth". Escher von der Linth: ein Pionier der modernen Schweiz, der hartnäckig den Nutzen der Allgemeinheit im Auge behielt und eine Aufgabe anpackte, die gleich vier Kantone betraf: St. Gallen, Glarus, Schwyz und Zürich. In Schänis ist Escher von der Linth derzeit und noch bis Mitte Oktober eine kleine und feine Ausstellung gewidmet, ich besuchte sie am Sonntag und genoss es, etwas mehr über den Mann und sein Lebenswerk zu erfahren.
Nach dem Besuch der Ausstellung spazierte ich von Schänis nach
Ziegelbrücke. Am Linthkanal.