Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Freitag, 23. Juni 2017

Berner Politgeografie

Der Kanton Bern mit dem Berner Jura in Rot. Noch mit Moutier, natürlich.
(Wikicommons/ Tschubby)
Heute mal ein wenig Politgeografie. Ich musste selber, ich gestehe es, nachschlagen, nachdem ich am Sonntag vernommen hatte, dass Moutier den Kanton Bern verlassen und zum Kanton Jura wechseln will. Ich fragte mich: Wie ist eigentlich der Berner Jura genau definiert, der bald Moutier verliert? Die Antwort: Er besteht aus dem gleichnamigen Verwaltungskreis, der wiederum sich aus den bisherigen bernjurassischen Amtsbezirken Courtelary, Moutier und La Neuveville zusammensetzt.

Moutier selber als grösster Ort des Berner Juras hat 7615 Einwohner.  Nicht gerade eine Riesenballung. Ich fragte mich auch, welcher Ort der nächstgrösste der 40 zugehörigen Gemeinden ist und also der grösste, wenn Moutier abgegangen ist. Voilà die Einwohnerzahlen der grössten fünf nach Moutier:
  • Saint-Imier, 5101
  • Tramelan, 4417
  • Valbirse, 4009
  • La Neuveville, 3693
  • Tavannes, 3612

Donnerstag, 22. Juni 2017

Die Brücke, der Bauer, der Wolf

Hier schauten schon Wölfe vorbei: Vättis SG.
Die neue Taminabrücke zwischen Pfäfers und Valens kam in diesem Blog bereits vor; ich war ja mit meinem Grüppli am Volksfest, das die Fertigstellung feierte. Morgen wird die Brücke für den Verkehr freigegeben - zu diesem Termin widmete ihr die NZZ gestern einen schönen Artikel. Ich las darin ein paar interessante Dinge, darunter diese drei:
  • Am 8. Juli kommt die neue Postautolinie, die das Taminatal samt allen Dörfern erschliessen wird. Bisher gab es je eine Linie nach Pfäfers bzw. Vättis und eine nach Valens.
  • Jener Bauer, der auf der Seite von Valens das Land für die neue Brücke hergeben musste, beging sie in einer Art feierlichem Akt gleich nach Inbetriebnahme, um in Pfäfers die Steuererklärung im Rathaus persönlich abzugeben.
  • Im Taminatal lebt das einzige Wolfsrudel der Schweiz. Letzten Winter wagten sich die Wölfe bis in den Dorfkern von Vättis vor, sie hatten wohl Hunger. Gefressen wurde niemand.
Wer weiss: Vielleicht nutzen die Tiere ja bald auch die Taminabrücke, nachts zum Beispiel, um die Talseite zu wechseln. Aber das ist Spekulation und stand nicht in der Zeitung.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Über den Dächern von Zürich

6. Stock, Modissa-Haus, Zürich, an der Vernissage.
Sorry, das Bild ist nicht besonders, denn es war eng.
Ist das ein Geheimtipp? Ich glaube es, jedenfalls für Nicht-Züris; ich kannte dieses Restaurant über den Dächern von Zürich nicht. Im Haus Bahnhofstrasse 74 ist der Modissa untergebracht. Man nimmt den Lift, fährt in den sechsten Stock hinauf und ist oben erfreut über den Weitblick; zum Rooftop Restaurant gehört zudem eine 50-plätzige Terrasse, die alles noch schöner macht. Und ebensogut: Das Restaurant bleibt am Abend offen, nachdem der Modeladen längst geschlossen hat, Freitag und Samstag ist gar Open End.

Wie kam ich auf das Restaurant? Ich ging kürzlich zur Vernissage des neuen Buches von Silvia Aeschbach, einer Redaktionskollegin noch aus "Facts"-Zeiten. Sie schrieb letztes Jahr ein Buch, das zum Bestseller wurde; nun hat sie ein Folgebuch nachgelegt - bei beiden geht es ums Älterwerden. An Silvias Vernissage hatte es mir freilich zuviele Leute, mir wurde fast ein wenig platzangstig, so dass ich frühzeitig floh. Mit dem Vorsatz, ein andermal zurückzukommen und das Rooftop zu testen.

Dienstag, 20. Juni 2017

Schlafen in der Blase

Auf dem Areal von Schloss Arenenberg passierte ich, in der Halde gleich unterhalb des Schlosses, am Samstag diese Kugel, in der eine Angestellte gerade das Bett machte. "Himmelbett - Bubble-Hotel" nennt sich die Einrichtung von Thurgau Tourismus, es gibt sie auch andernorts im Kanton. Falls jemand in einer solchen Blase schlafen will - hier der Link. Die von Arenenberg kann ich empfehlen, jedenfalls ist der Blick auf den Untersee unverstellt und nachts sicher einmalig.

Montag, 19. Juni 2017

Was für ein Park, was für ein Blick!

Blick von der Arenenberg-Terrasse zur Insel Reichenau.
Hier verbrachte Napoleon III. seine
Kindheit. Nicht übel, oder?
Schloss Arenenberg, herrlich über dem Untersee gelegen, kennen viele. Es beherbergt das Napoleonmuseum, gewidmet dem französischen Kaiser Napoleon III., der im Thurgau einen Teil seiner Jugend verbrachte. Etwas weniger bekannt ist die Arenenberger Gartenwelt, die Teil des Schlossareals ist. Sie besteht aus herrschaftlichen Gärten sowie den Schulgärten der kantonalen Landwirtschaftsschule BBZ - und war auch mir neu, als ich am Samstag vorbeischaute. Mich begeisterte vor allem der Landschaftspark unterhalb des Schlosses mit der Steiltreppe "Himmelsleiter", der Grotte, dem Eiskeller, dem Springbrunnen und so weiter und so fort. Es lohnt sich, hinzugehen und sich das alles anzuschauen; ich fand auch die Infotafeln ergiebig, so dass ich bereichert von dannen zog. Die Restaurierung des Parks, der vor neun Jahren öffnete, war übrigens aufwendig, denn in unserer barbarischen Neuzeit hatte die Schlosshalde als Schuttdeponie herhalten müssen.
Der eiförmige, in den Schlosshang gemauerte Eiskeller.
Im Winter eingelagertes Eis hielt sich in ihm auch im Sommer.

Sonntag, 18. Juni 2017

Körpertherapie im Thurgau

Gestern fuhr ich mit dem Postauto vom Bahnhof Müllheim-Wigoltingen nach Ermatingen; ich fand die knapp halbstündige Fahrt wunderschön - wie sich der Bus aus der Ebene auf den Seerücken hinauf arbeitet, bis endlich eine Art Riviera-Landschaft, die des Untersees, in Sicht kommt. In der Gegend von Ermatingen rekognoszierte ich für einen Artikel, etwas mehr davon morgen. Auf der Anreise passierten wir ein Schild an der Strasse, das ich leider nicht fotografieren konnte; stattdessen hier der Screenshot desselben Betriebs aus dem Internet. Yoga am Rücken könnte ich auch wieder mal brauchen. Am Seerücken? Vielleicht auch.

Samstag, 17. Juni 2017

Sechs Trämel auf 4158 Metern über Meer


Seit Dienstag stehen auf der Jungfrau im Berner Oberland sechs Holzskulpturen, gedrechselte Stangen, die aussehen wie Blätterteig-Apero-Stängel - also grosse Kunst finde ich sie nicht. Das ist aber auch nicht der Punkt. Was mich wirklich nervt: dass in den letzten Jahren vermehrt die Berge als Austellungsort herhalten müssen. Natürlich hat man dann immer einen Grund: Im Fall der Jungfrau sagt der Künstler Dominic Müller, seine Skulpturen wollten an den verantwortungsvollen Umgang mit dem Unesco-Welterbe (Jungfrau-Aletsch gehört dazu) appellieren. Sechs Wochen sollen seine Trämel auf 4158 Metern über Meer stehen. Für mich sind es Aneignungssymbole. Fremdkörper: Kultur, wo sonst Natur waltet.