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Dienstag, 23. August 2016

Bahndorf ohne Bahn

Altbüron LU: Strassenunterführung der Langenthal-Wauwil-Bahn, die nie fuhr.
Die Karte 1:50 000 zeigt den Bahndamm (Bildmitte, bräunlich geriffelt).
Ich mag Ausflüge mit einem Ziel, über das man zuvor einiges in Erfahrung gebracht und gelesen hat. Am Sonntag fuhr ich nach Altbüron und beschaute mir dort die Reste der Langenthal-Wauwil-Bahnlinie; diese Bahn, wohlgemerkt, fuhr nie. 1874 begann die Schweizerische Centralbahn mit den Bauarbeiten, die neue Verbindung hätte die Strecke Bern-Luzern entscheidend verkürzt. Ein Jahr später stellte man die Arbeiten aber schon wieder ein, schuld waren unter anderem Finanzierungsprobleme. Da war der Staltentunnel zwischen Altbüron und Ebersecken bereits auf 1300 von 2100 Metern gegraben. Auf der Seite von Altbüron sieht man den vermauerten Tunneleingang, daneben führt eine Treppe zu einem Wasserreservoir. Des weitern ist am Dorfrand deutlich der alte Bahndamm zu erkennen. An einer Stelle führt er über eine Strasse, die fein manierlich in einer Unterführung verschwindet. Interessant, Altbüron ist ein Bahndorf ohne Bahn. Wer mehr über die ganze Geschichte wissen will: hier der Link zu einer vorzüglichen Darstellung.
Der zugemauerte Eingang zum Staltentunnel in Altbüron. Rechts geht es hinab
zu einem Reservoir. In Ebersecken wäre der Zug wieder ans Licht gekommen.

Montag, 22. August 2016

Krass und kurios in Zürich

Ich habe gestern berichtet, wie wir am Samstag kunstwanderten und die Manifesta in Zürich abklapperten. Heute Manifesta Teil zwei; hier neun Fotos, die ich gar nicht kommentieren möchte - nur soviel: An solchen Ausstellungen sieht man immer auch allerhand Krasses und Kurioses, nach diesem Kriterium habe ich die Bilder ausgewählt.

Sonntag, 21. August 2016

Yin Xunzhi malt Delia Eberle

Gestern wanderten wir nicht, wir kunstwanderten - zu fünft waren wir unterwegs in Zürich und besuchten Schauplätze der europäischen Kunstbiennale Manifesta, die derzeit in der Stadt zu Gast ist. Wir waren, immerhin, von 11 bis 17 Uhr unterwegs, die Füsse taten mir weh, als ich heimfuhr. Eine der Ideen der Schau: Jeder Künstler tut sich mit einer Person aus Zürich zusammen und verarbeitet irgendwie deren Job oder Arbeitswelt. Zum Beispiel der Chinese Yin Xunzhi, ein versierter Kopierkünstler und Imitator. Er traf auf die Flight Attendant Delia Eberle von Helvetic Airways und malte diese in verschiedenen Stilrichtungen von Da Vinci über Modigliani und Moderne à la Picasso/Dali bis Pop Art. Sieht witzig aus, oder? Zu sehen ist die Arbeit im Helmhaus.

Samstag, 20. August 2016

Darth Vader vor der Kirche

Das Zwingli-Denkmal in
Zürich bei der Wasserkirche:
ein Finsterling mit Schwert.
(Sidonius/Wikicommons)
Der Zwingli vor der Wasserkirche in Zürich sieht düster und martialisch aus, Darth Vader auf reformiert. Das Denkmal stammt vom Österreicher Heinrich Natter und wurde 1885 eingeweiht. Präsentiert es einen falschen Zwingli? Genau das sagt der Zürcher Publizist Franz Rueb, der sich immer wieder mit historischen Büchern, zum Beispiel über Paracelsus, hervorgetan hat: Zwingli, so Rueb, habe in seinem ganzen Leben eine gute Stunde ein Schwert in der Hand gehalten und sei wesentlich eine friedliche Gestalt. Ich führte mit Rueb anlässlich seines neuen Buches über Zwingli ein Interview, das ein wenig nachforscht, wie der Reformator wirklich war. Gestern ist es erschienen, leider ist es online nicht greifbar, wer es lesen will, kann es bei mir gern per Mail bestellen, dann schicke ich es als pdf. Offen sei Zwingli gewesen, kein Judenfeind wie Luther, ein Mann mit Mass und einem Blick weit über die Landesgrenzen hinaus: so Autor Rueb.

Freitag, 19. August 2016

Popcorn, Popcorn, Popcorn

Heut gibts mal wieder... Popcorn. Berberäffchen im Plättli-Zoo zu Frauenfeld.
Der Löwe frass kein Popcorn. Der nicht.
Gestern mit der Schwester und den zwei Neffen den Plättli-Zoo in Frauenfeld besucht. Wir sahen Eulen, Löwen, Pumas, Känguruhs, Aras, Lamas, Frettchen und so weiter und so fort und assen im Zoo-Resti zu Mittag, Pommes und Pouletflügeli und so, wir hatten unseren Spass in diesem Tiergarten. Und die Buben mochten es wie die anderen Kinder rundum sehr, dass am Eingang Popcorn verkauft wurde als Tierfutter; Nachschub konnte man sich auf dem Gelände aus einem Automaten holen. Die Ziegen mochten das Zeug, die Känguruhs und Waschbären ebenfalls, die Berberäffchen waren verrückt danach samt dem knuddeligen Baby. Als wir gingen, fragte ich mich allerdings: Wieviele Kilo Popcorn frisst so ein Äffchen pro Tag? Und tut ihm das wirklich gut? Und hat der Waschbär allenfalls am Abend Bauchgrimmen?

Donnerstag, 18. August 2016

Hackbraten, Ufos und eine Orgel

Die Orgel in Sitzberg ZH wurde 1741 bis 1743 gebaut.
Der Holzherd im "Freihof", Schmidrüti, ist auch schon 130.
Gestern gingen wir von Wila im Tösstal via Gosswil, Auli, Guggenbüel, Schmidrüti nach Sitzberg, was 2 1/4 Stunden dauerte und einigermassen schweisstreibend war. Die Landschaft war grandios nach Art des Zürcher Oberlandes, Hügel und Töbel, abschüssige Waldhänge und einsame Höfe im Wechselspiel. Drei Dinge faszinierten uns auf dieser Route:
  1. Die Wirtschaft zum Freihof in Schmidrüti. Wanderfreund René P. Moor hatte sie mir empfohlen. Die wirten dort in der zehnten Generation und kochen auf einem 130-jährigen Holzherd. Das Essen war sehr gut, ich hatte den Hackbraten, und alle drei nahmen wir am Schluss den Hausschnaps, den die Wirtin offerierte.
  2. Fünf Minuten nach der Schmidrüti passiert man in der Hinterschmidrüti das Haus und weiträumige Wohngelände des Eduard Albert "Billy" Meier, eines Ufologen, der seine Kenntnisse darüber, wie die Menschheit sich selber aus dem globalen Schlamassel ziehen könnte, offenbar massgeblich von Ausserirdischen bezieht. Etwas ratlos machte uns vorerst das Kürzel FIGU am Zaun. Es steht für "Freie Interessengemeinschaft für Grenz- und Geisteswissenschaften und Ufologiestudien". Meisterdenker Meier hatten wir zuvor übrigens im Freihof gesehen.
  3. Im Kretendorf Sitzberg fanden wir leider den "Sternen" geschlossen vor, Ruhetag. Dafür war die schmucke Kirche offen, deren Riesenparkplatz davon zeugt, dass sie ein beliebter Ort für Hochzeiten und andere Rituale ist. Innen übte eine Frau auf der Orgel. Die ist berühmt, auf ihr wird regelmässig konzertiert; es handelt sich um die älteste Barockorgel im Kanton. 1741 bis 1743 wurde sie gebaut.

Mittwoch, 17. August 2016

Antiker Chor am Jurasüdfuss

Schön, die Sonnenblumen vom Jurasüdfuss, die ich vor einigen Tagen aufnahm. Aber auch ein bisschen unheimlich. Stephen-kingesk sozusagen. Jedenfalls kommen Sonnenblumen mir immer vor wie ein schweigendes Volk. Wie eine Schar, die mich betrachtet. Ein bisschen wie der Chor in der antiken Tragödie. Das hat auch damit zu tun, dass sie dem Wanderer auf Augenhöhe begegnen. Sie sind irgendwie menschlich. Und nein, ich nehme keine Drogen.