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Montag, 27. März 2017

Geschützstellung wird Partyraum

Silvia Götschi, geboren im Kanton Nidwalden, ist eigentlich Krimiautorin. Ihr neues Buch freilich ist ganz anders gelagert. "111 Orte im Kanton Schwyz, die man gesehen haben muss" heisst es. Wobei: Spannungsliteratur ist das ja durchaus. Götschi präsentiert mir so einiges, das ich noch nicht gesehen habe, zum Beispiel die beiden Artilleriewerke auf der Alp Sattel-Halsegg von 1986; die eine Geschützstellung ist heute ein Partyraum, die andere wurde zum Museum für General und Landesvermesser Henri Dufour umfunktioniert. Meine Wunschliste mit Schweizer Orten, an denen ich noch nie war, wird durch dieses Buch ein Stück länger.

Sonntag, 26. März 2017

T'as où les vaches?


Die Romands haben ihren ganz eigenen Slang. In diesem Clip (6 1/2 Minuten) machen sich junge Franzosen auf, in Lausanne ein paar Leute nach ihren typischen Lokalausdrücken zu fragen. Hier quasi als Amuse-bouche drei davon:
  1. Il fait monstre chaud. Es ist brutal heiss.
  2. T'es royé de venir ici. Du spinnst doch, dass du hierher kommst.
  3. T'as où les vaches? Wo wohnst du?

Samstag, 25. März 2017

Die Festplatte von 1932

Pavatex-Produktion in Cham.
(Frank Schramm/ Wikicommons)
Als ich in Cham ZG auf dem Industriepfad an der Lorze unterwegs war, las ich auf einem Schild, dass in Cham am 17. November 1932 die erste Festplatte produziert worden sei. Kann das sein? Es kann, da es sich nicht um einen Bestandteil des Computers handelt; in diesem Fall gemeint ist die Festplatte aus Holz. Die Papierfabrik Cham fand einen Weg, ihre Schleifabfälle zu nutzen, indem sie das Material verfestigte und presste. 1936 wurde das Verfahren in eine eigene Fabrik ausgelagert, die Pavatex. Der Name ist bis heute geblieben und erstreckt sich auch auf das Erzeugnis, jene im Bau so beliebten Platten und Wände; in dem Wort versteckt sich "Pava" gleich "Papierverarbeitung".

Freitag, 24. März 2017

Il muro di Gudo

Ich bin enttäuscht, ich hätte gedacht, das
Gemeindewappen von Gudo würde die
eisenzeitliche Mauer zeigen. Stattdessen
Reben und irgendein barbarisches
Werkzeug. (Wikicommons)
Im 4 oder auch 3. Jahrhundert vor Christus, in der späten Eisenzeit, bauten Menschen im Tessin eine lange Mauer; 20 Meter dieser Mauer wurden vor einiger Zeit entdeckt und archäologisch dokumentiert. Die Mauer bei Gudo diente offenbar dazu, eine Siedlung zu schützen, wurde diese Woche bekannt. Und zwar nicht vor irgendwelchen andrängenden Plünderern oder Soldaten, sondern vor dem Hochwasser des Ticino samt Zuflüssen. Gudo liegt übrigens fünf Kilometer westlich von Giubiasco.

Donnerstag, 23. März 2017

Turmkrise

Vals im Jahre 1895. (Wikicommons)
Gemäss Berichten sieht es so aus, als sei Remo Stoffels umstrittenes Turmprojekt in Vals in einer Krise. Coca-Cola besitzt den Boden und will die Sondierbohrungen für eine Untersuchung des Grundes, in dem der 381-Meter-Turm verankert würde, nicht zulassen. Nun sucht die 7132 AG, die hinter dem Projekt steht, einen anderen Standort. Doch der Zonenplan gibt da nicht viel her. Auch käme der Turm in diesem Fall nicht direkt neben die Felsentherme zu stehen, und genau das ist der Clou des Vorhabens.

Mittwoch, 22. März 2017

Neues von der Schweizer Familie

Für sie wandere ich auch.
Ein Hinweis auch in eigener Sache: Die Schweizer Familie, in der meine Wanderkolumnen ebenfalls zu lesen sind, ist neuerdings mit einem starken Auftritt im Internet präsent. Dazu gehört, dass man mit einer Suchmaschine die Hefte nach erschienenen Freizeit-Tipps durchsuchen kann; eine Kategorie ist natürlich "Wandern", man kann bei der Suche einstellen, welche Jahreszeit in Frage kommt und ob das etwas für Leute mit Kindern ist. Gute Sache.

Dienstag, 21. März 2017

Das Verbrechen des Sulzjoggi

Werthenstein LU mit der kleinen Emme.
Jakob Schmidlin, geboren 1699 in Hergiswil bei Willisau in eine mausarme Familie, ums Leben gebracht 48 Jahre später in Luzern durch obrigkeitlich verfügtes Erwürgen. Von den Leuten, die sich um ihn geschart hatten, wurden an die 80 verbannt, andere eingekerkert, wieder andere in die Galeerensklaverei verkauft. Was hatte Schmidlin Schlimmes verbrochen? Den Pietismus hatte er entdeckt und gelebt, jene volkstümliche Frömmigkeit, welche ganz ohne Priester funktioniert, die einem Himmel und Hölle predigen und für die meisten ihrer Handlungen kräftig kassieren. Luzerns Obrigkeit versuchte damals mit allen Mitteln, den Katholizismus als Staatsreligion zu verteidigen, daher das brutale Vorgehen gegen Schmidlin und seine Anhängerschaft. Nicht nur der Pietist selber wurde am Ende vernichtet, sondern auch sein Heimwesen Sulzig oberhalb Werthenstein, wo er sich als Kleinbauer, Knecht, Fuhrmann durchgeschlagen hatte. Von dort hat er den Übernamen, unter dem er bis heute als ein Exempel für die traurigen Zustände im Ancien Regime herhält: Sulzjoggi oder auch Sulzigjoggi.